| Russland |
Glanz & Prunk
Das zur Abwechslung mal sonnige Wetter nutzten wir mittwochs und donnerstags für kleine Ausflüge. Am Mittwoch ging's mit meiner Zimmerkollegin Kirstin und dem amerikanischen Studenten Eric zu der Klosteranlage Kolomenskoe/ Коломенское, das im Süden Moskaus auf einem Hügel an der Moskva gelegen ist. Vasilij III. ließ von 1529 bis 1532 – wahrscheinlich zu Ehren seines Sohnes, dem künftigen „schrecklichen Ivan“ – die berühmte Kirche Voznesenija/ церковь Вознесения bauen. Die Kirche dürfte auch als Wachturm im Falle von tatarischen Angriffen gedient haben: so wurde bei Gefahr ein Signal abgegeben (tagsüber verständlicherweise durch Rauch, nachts mithilfe von Feuer). Sobald die Wächter vom Kirchturm solch ein Signal sahen, gaben sie ihrerseits Warnzeichen, sodass zuletzt am Glockenturm der Kirche Ivan des Großen im Moskauer Kreml' ein Signal erschien und die Stadt über die bevorstehende Gefahr informiert war. Kirche Voznesenija/ церковь Вознесения
Auf dem großen Gelände, das auch Naturschutzgebiet ist, befindet sich weiters die wunderhübsche Kirche der Kazaner Gottesmutter-Ikone/ Церковь Казанской иконы Божией матери. Diese soll sogar einmal die berühmte Kazaner Ikone der Gottesmutter beherbergt haben – daher auch der Name. Schlendert man weiter, so erblickt man auf einem weiteren Hügel in der Ferne das goldfunkelnde Kreuz auf der Kuppel des Vodovzvodnaja Turms/ Водовзводная башня. Durch die Apfelhaine durch erreicht man den Kräutergarten, sowie das alte Imkerhäuschen, bei dem heute noch Honig hergestellt wird. Ein perfekter Spaziergang bei strahlendem Sonnenschein und stahlblauem Himmel. Kirche der Kazaner Gottesmutter-Ikone/ Церковь Казанской иконы Божией матери
Am Abend traf ich mich schließlich mit Maija am Roten Platz um ihn in seiner ganzen Pracht bei Nacht bewundern zu können. Wieder Erwarten zahlt sich ein nächtlicher Besuch auf jeden Fall aus. TouristInnen sind dort zu nächtlichen Zeiten zwar genauso viele zu finden, wie tagsüber, dennoch blinkt und blitzt alles umso mehr in der Nacht. Das freut wohl besonders das Luxuseinkaufszentrum GUM, das sich schon extra tausende von Lämpchen umgehängt hat um seinen Glamourfaktor zu erhöhen. - 25.10.2008 - Schreibe einen Kommentar
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